Die drei gesegneten Monate und die Raghā’ib-Nacht
17. Dezember 2025
Verehrte Muslime!
Am Sonntag, dem 21. Dezember 2025, erwarten wir voller Sehnsucht den gesegneten Monat Radschab, den ersten der drei gesegneten Monate. In der Nacht von Donnerstag, dem 25. Dezember, auf Freitag werden wir die Raghā’ib-Nacht feierlich begehen. Daher handelt unsere heutige Hutba von den drei gesegneten Monaten und der Raghā’ib-Nacht.
Gesegnete Tage sind wie Jahreszeiten des Überflusses. Kluge Menschen warten mit Spannung auf diese Zeiten, um ihre Zukunft durch reichliche Verdienste zu sichern. Sie treffen die notwendigen Vorbereitungen, um sie optimal zu verbringen.
Die Monate Radschab, Schaʿban und Ramadan, die als die drei gesegneten Monate bezeichnet werden, sind von unschätzbarem Wert und dürfen nicht vernachlässigt werden. Sie bringen uns spirituellen Gewinn ein, der uns manchmal ein Jahr lang und manchmal sogar ein ganzes Leben lang retten kann. Ob wir dieses Ziel erreichen, hängt von unseren Anstrengungen und von der Reinheit unserer Absichten ab. Allah Taʿālā sagt in einem Koranvers: „Wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch will Er euch prüfen in dem, was Er euch hat zukommen lassen. So wetteifert um die guten Dinge! Zu Allah wird euer aller Rückkehr sein, dann wird Er euch kundtun, worüber ihr uneinig zu sein pflegtet (und Er wird euch zur Rechenschaft ziehen).” (Sure al-Mā’ida, 5:48)
Liebe Muslime!
In einem edlen Hadith, überliefert von Ibn Abbās (r.a.), heißt es: „Radschab ist der Monat Allahs, Schaʿban ist mein Monat und Ramadan ist der Monat meiner Umma.” (Fayd al-qadīr, Hadtih-Nr. 4411)
Im ersten dieser Monate, dem Radschab, gibt es zwei Kandil-Nächte. Die erste ist die Raghā’ib-Nacht. Sie findet im Radschab in der ersten Nacht von Donnerstag auf den Freitag statt. Die zweite ist die Miʿradsch-Nacht, die 27. Nacht des gesegneten Monats Radschab.
Auch die Barā’a-Nacht am 15. Schaʿban und die Qadr-Nacht im gesegneten Monat Ramadan gehören zu den gesegneten Nächten, die diesen Monaten besonderen Wert verleihen. Im Monat Radschab sollte man häufig die 112. Sure al-Ichlās rezitieren, die ausschließlich vom Wesen Allahs handelt. Eines Tages fragte unser Prophet (s.a.w.) seine Sahāba: „Wer von euch ist nicht fähig, ein Drittel des heiligen Korans in einer Nacht zu rezitieren?” Die Gefährten entgegneten: „Wie ist das möglich, ein Drittel des Korans (in einer Nacht) zu rezitieren?” Unser Prophet (s.a.w.) antwortete: „Die Sure ‚Qul huwallāhu ahad’ entspricht einem Drittel des Korans.” (Muslim, Salāt al-musāfirīn 314)
In diesem Monat sollte man auch nicht versäumen, die Kalimat at-tawhid, also das Einheitsbekenntnis „Lā ilāha illallāh”, Vergebungsbitten (istighfār) und Salawāt zu sprechen.
Um bewusster und besser vorbereitet in den gesegnetsten dieser drei Monate, den Ramadan einzutreten, sollte man die Gebete im Radschab und Schaʿban nicht vernachlässigen. Denn die Freunde Allahs sagten: „Radschab ist der Monat der Aussaat, Schaʿban ist der Monat der Bewässerung und Ramadan ist der Monat der Ernte.” Es ist empfehlenswert, in den Monaten Radschab und Schaʿban zu fasten, zumindest jeweils drei Tage am Anfang, in der Mitte und am Ende des Monats, um die Belohnung für ein monatliches Fasten zu erlangen.
Um noch mehr vom spirituellen Segen dieser drei gesegneten Monate zu profitieren, sollten wir auf folgende Punkte achten:
Zuallererst sollten wir unsere obligatorischen Pflichten noch achtsamer und sorgfältiger erfüllen. Wir sollten uns in diesen Monaten an freiwillige Gebete gewöhnen. Wir sollten das Lesen des Korans wertschätzen. Wer nicht lesen kann, sollte sich an die Hodschas wenden, und sich bemühen, es zu erlernen. Wir sollten Lobpreisungen, Gedenken und Bittgebete mehr Bedeutung beimessen und sie weiterhin gewissenhaft vollziehen.
Verehrte Muslime!
Am kommenden Donnerstag, dem 25. Dezember, beginnt in der Nacht zu Freitag die Raghā’ib-Nacht. Es ist die Nacht, in der unsere Mutter Āmina erkannte, dass sie mit unserem Propheten Muhammed Mustafa (s.a.w.) schwanger war, der als Barmherzigkeit für alle Welten gesandt wurde. Diese Nacht wird als Raghā’ib, als Nacht der Wünsche, bezeichnet, weil sich die Engel sehr danach sehnten und sie begehrten. Anlässlich dieser heiligen Nacht wird in unserer Moschee ein Programm stattfinden.