Imān-schädigendes Verhalten
12. Aralık 2025
Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um Verhaltensweisen, die den Imān, den Glauben, gefährden.
Die größte Gnade Allahs, des Erhabenen, ist der Imān. Er verhilft uns zu irdischem Glück und garantiert uns die ewige Heimat, das Paradies. Mit Gaben, deren Verlust katastrophal wäre, muss man noch sorgfältiger umgehen. Der Imān ist genau diese Gabe. Denn ohne Glauben aus dieser Welt zu scheiden, bedeutet, in der ewigen Hölle zu enden. Daher müssen wir gut verstehen, worauf wir achten und in welchen Punkten wir sensibel sein müssen, um unseren Glauben zu bewahren.
Der Imān mit all seinen Voraussetzungen ist, anders als Anbetung, ein Ganzes, das nicht teilbar ist. Wer also einen Glaubensartikel leugnet, leugnet den Glauben als Ganzes.
Die erste Voraussetzung des Glaubens ist tasdīq - die Bestätigung mit dem Herzen -, also ein bedingungsloser Glaube. Die zweite Voraussetzung ist iqrār. Es bedeutet sich mit der Zunge dazu zu bekennen, also den Glauben mit der Zunge zu bezeugen.
Das Bekenntnis mit dem Herzen ist wesentlich, um vor Allah als Gläubiger zu gelten. Das Bekenntnis mit der Zunge ist jedoch notwendig, um in dieser Welt als Muslim betrachtet und so behandelt zu werden.
Wer sich nur mit der Zunge bekennt, aber nicht mit dem Herzen, wird zwar von den Menschen als Gläubiger betrachtet, gilt aber vor Allah nicht als gläubig. Im Islam werden solche Menschen als Munāfiq, als Heuchler, bezeichnet.
Wir müssen uns unser ganzes Leben lang von allem fernhalten, was diese beiden Grundsätze gefährden könnte. Allah Taʿālā betont die Bedeutung des Schutzes des Imān wie folgt: „Diejenigen, die glauben und ihren Imān nicht mit Ungerechtigkeiten verhüllen, sie (sind in) Sicherheit und sie sind rechtgeleitet.” (Al-Anʿām, 6:82)
Unser Prophet (s.a.w.) sprach: „Wer im Wissen stirbt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, wird ins Paradies eingehen.“ (Muslim, Imān, 10)
Liebe Muslime! Nach Ansicht der Gelehrten der Ahl as-Sunna sind die Ursachen für den Verlust des Glaubens zusammenfassend folgende: - das Leugnen einer Fard-Pflicht,
- das Betrachten von Dingen, die religiös eindeutig verboten sind, als halāl.
- der Glaube, dass für bestimmte Menschen, die einen bestimmten Rang erreicht haben, die Pflichten und Verbote aufgehoben werden, und dass sie selbst bei schweren Sünden nicht in die Hölle kommen werden.
- die Leugnung von Wahrheiten, die durch eindeutige Texte wie Koranverse und Hadithe belegt sind, beispielsweise Propheten, ihnen offenbarten Schriften, Engel, Dschinn, die Vorsehung, die Auferstehung nach dem Tod sowie das Paradies und die Hölle.
- die Billigung von Wahrsagern, die behaupten, das Verborgene zu kennen, und darüber berichten, sowie von Astrologen, die behaupten, die Zukunft zu kennen.
- der Glaube, dass es nicht notwendig sei, unserem Propheten (s.a.w.) zu folgen, obwohl Allah Taʿālā doch sagt: „Sprich (Mein Geliebter): ,O ihr Menschen! Wahrlich, ich bin Allahs Gesandter zu euch allen...’” (Al-Aʿrāf, 7:158) Unser Prophet (s.a.w.) sagte: „(Jeder) Prophet wurde ausschließlich zu seinem Volk gesandt. Ich aber wurde zu allen Menschen gesandt.” (Al-Buchārī, Tayammum, 1)
Zu den Worten und Taten, die zum Unglauben (kufr) führen, zählen: - die Verunglimpfung Allahs, Seiner Propheten, Seiner Schriften und Seiner Religion.
- die Verspottung heiliger Dinge wie Allah, Propheten, Religion und Offenbarungsschriften.
- die Billigung von Worten, Witzen und Verhaltensweisen, die Heiligtümer verhöhnen.
- sich als Prophet auszugeben.
- zu behaupten, das Verborgene zu kennen, so wie es Wahrsager oder Astrologen tun.
- Handlungen zu begehen, die den edlen Koran verschmähen, wie ihn mit Füßen zu treten, zu verbrennen, oder in den Schmutz zu werfen.
- vor eindeutig verbotenen Dingen wie Alkoholkonsum oder Glücksspiel die Basmala aufsagen,
- die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Allahs aufzugeben. Dazu gehört auch die Gewissheit, ins Paradies zu kommen.
Wir sollten uns mehr darum bemühen, unseren Glauben zu schützen als unseren Besitz und unser Leben, damit wir, wenn wir unseren Besitz und unser Leben durch den unvermeidlichen Tod verlieren, mit unserem Iman gut dastehen.